Go wild for a while

Es war einmal der Steinzeitmensch. Er kleidete sich in Felle und aß, was die Jahreszeiten und die Natur ihm boten. Er lebte vermutlich glücklich bis an sein Lebensende, ganz ohne Midlifecrisis. Der Sinn seines Lebens lag – so mein Resümee aus dem Geschichtsunterricht - darin, durch den Tag zu kommen und zu überleben, denn das tat nur der Stärkste und Anpassungsfähigste.

Oder wie Goethe einst schrieb: „ Der Sinn des Lebens, ist das Leben selbst“.

Und nun Hand auf Herz: Gehören Sie vielleicht zu den Menschen, für die es eine krasse Outdoorerfahrung darstellt, sobald der Kollege einmal das Bürofenster in Gänze und mit Schwung aufreißt? Kleiden Sie sich gerne vorsichthalber für drei Jahreszeiten gleichzeitig und bevorzugt in Outdoorkleidung, da Sie ja vor die Tür gehen? 

Wo immer ich gerade bin, gehört es zu meinen Lieblingsbeschäftigungen Menschen zu beobachten und den Gesprächen um mich herum zu lauschen; nebenbei bemerkt: Das ist beinahe wie Social Network – nur eben lebendiger. Oft stelle ich mir dann die Frage, wie die Menschheit es nur jemals ohne Handdesinfektionsgel, welches nach Granatapfel duftet aus ihren Höhlen hinausgeschafft hat. Auch bin ich mir recht sicher, dass der Steinzeitmensch weder eine Wetterapp bemühte, noch die glutenfreie-proteinbasierte-vegane Pfannkuchenfertigmischung aus der Flasche über seinem Feuer brutzelte.

Worauf ich eigentlich hinaus möchte? An dieser Stelle spoilere ich Sie einmal: Sie sind ein Teil der Natur! Sie sind also Natur – abgesehen einmal von möglichen Fremdmaterialen – und Ihr Körper empfängt ständig Signale von Mutter Natur und synchronisiert sich mit ihr. Bei Sonnenschein ist unsere Laune oft besser, der Antrieb steigt, in der dunklen Jahreszeit sind wir häufig früher müde; Sie erkennen den roten Faden.

Das Leben in geschlossenen Räumen unter Kunstlicht, industriell gefertigte Nahrung, Natur, der man skeptisch begegnet und die man limitieren möchte, als das ist kein Garant für Gesundheit. Sie sind Natur und brauchen natürliches Tageslicht, mindestens 30 Minuten pro Tag. Dieses Licht sollte ungehindert von Brillen oder Kontaktlinsen auf die Netzhaut fallen. Wozu das bitte gut sein soll? Auf diese Weise synchronisiert sich der Körper mit dem Tag- und Nachtrhythmus und die s. g. zirkadiane Rhythmik läuft harmonischer ab. Alles im Körper ist Ausgleich und Rhythmus. So wie es Zeiten der Erregung gibt, gibt es Zeiten der Ruhe. Der Rhythmus der Jahreszeiten gehört zu uns und Winterzeit ist Speicherzeit, heißt es in der traditionellen chinesischen Medizin.

Streicht der Wind über unsere nackte Haut, werden die kleinen Härchen ausgelenkt. Die sensiblen Nervenbahnen werden aktiviert – wir spüren den Wind auf der Haut – und da praktischerweise die motorischen anatomisch direkt daneben liegen, werden auch diese aktiviert. Gehören Sie wie ich zu der Generation, die noch ganze Nachmittage draußen gespielt hat? So wird die Motorik gut entwickelt. Wir brauchen die frische Luft ebenso wie die Liebe und Sonne auf unserer Haut. Neulich las ich übrigens erstaunt, dass Schokocreme einen LSF von 9 haben soll.

Es ist schön im Frühling das pulsierende wachsende Grün, Mutter Erde und das Leben um uns herum zu spüren, den ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen. Ist die simple Tatsache und Erkenntnis, dass das Leben immer weitergeht, seinen Weg findet und nach jedem noch so harten Winter der Frühling kommt, nicht irgendwie auch tröstlich?

Ich plädiere sicher nicht dafür sich in Gefahr und Unwetter zu begeben. Aber haben Sie bitte keine allzu große Angst vor dem Wetter, es ist wie es ist und wir haben jeden Tag Wetter. Wir Menschen sind nicht unbedingt ein empfindlicher Rosenstock, der nur unter ganz bestimmten exakten Bedingungen gedeiht. Wir sind eher wie ein Löwenzahn, der überall klarkommt.

Dann wird man halt nass, dann ruinieren Wind und Wetter die Frisur, die Haare werden ins Gesicht geblasen und dann ist es eben kalt. Mit der Zeit gewöhnt sich der Körper daran, wir werden wetterfester, widerstandsfähiger und entwickeln ganz ohne die Wetterapps ein Gespür für das Wetter.

Und die Moral von der Geschichte? Seien Sie mutig, verbrüdern Sie sich mit der Natur anstatt ihr skeptisch gegenüber zu treten und gerne auch in Outdoorkleidung – ich trage Sie auch!

#gowildforawhile


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