Vom Schicksal und der Hoffnung

Schicksal ist ein großes Wort, ein sehr großes sogar, etwas, dass als “höhere Macht” lenkend ins Leben eingreift und an dem man erst einmal nicht vorbei kommt. Es polarisiert ganz gerne, es kann auf wirklich wundervolle Art plötzlich die Sonne für uns aufgehen lassen, indem es uns zum Beispiel auf Menschen oder Chancen treffen lässt oder uns mal eben geschickt im Vorbeigehen die gelbe Karte zeigen.

Ob man nun daran glaubt oder nicht. Es gibt sie, diese Dinge, Ereignisse Menschen, Momente die irgendwie von außen in unser Leben kommen, im Guten wie im Schlechten. Niemand ist eine Insel oder rockt gänzlich alleine den Verlauf seines Lebens. Das Schicksal hat seinen Platz in den großen Religionen der Welt, der Spiritualität und sogar gelegentlich - man mag es kaum glauben - in der Politik. Wenn uns das Leben einen schicken Elfmeter liefert, es plötzlich gerade mal so richtig gut läuft, eine zuvor verschlossene Tür sich unerwartet öffnet, dann sind manchmal sogar die Rationalsten unter uns geneigt innerlich das Wort Schicksal fallen zu lassen.

Schwierig wird es, wenn das, was von außen in unser Leben eingreift, etwas Schweres ist, sich alles verändert und das erst einmal nicht zum Besseren. Das kann sich lange am Horizont abzeichnen, manchmal spüren wir eine ungute Vorahnung oder es kommt ganz überraschend und einschneidend. Ganz egal, ob man nun an höhere Mächte, Lebenspläne oder nur an das glaubt, was sich wissenschaftlich beweisen lässt; in solchen Zeiten kann es helfen zu erkennen, dass man eben nicht alles lenken und wissen kann. Mit ein bisschen Abstand, Zeit und lieben Menschen an der Seite wird es dann auch einfacher die losen Enden zu sortieren und das Vergangene harmonisch in die eigene Biographie einzugliedern, weil es eben doch zum eigenen Leben dazugehört.

Damit meine ich nicht, dass man sich als Opfer des Schicksals sehen sollte. Es hilft aber durchaus manchmal gewisse Dinge erst einmal zu akzeptieren wie sie nun mal sind. Dann kann man auch den eigenen Anteil erkennen, dazu lernen und ganz wichtig, das, was eben nicht der eigenen Anteil war, weil es gar nicht im eigenen Wirkungsbereich lag, loslassen. Letzteres ist gar nicht so einfach, ich weiß, insbesondere, da wir in einer Zeit leben, die uns vorgaukelt, dass scheinbar alles machbar ist, ist es nicht - und das ist auch gut so.

Das Schicksal lässt sich kurzfristig oft nicht in die Karten schauen. Das, was uns vielleicht erst einmal sehr hart trifft, Träume zerstört, Pläne durchkreuzt, erweist sich vielleicht auf Sicht als etwas wirklich Gutes. Weil das, was wir uns wünschten, wofür unsere Herz einst schlug, wofür wir kämpften, vielleicht gar nicht das Richtige für uns war, sondern nur der Weg zum Ziel. Vielleicht mussten wir auch erst im Schatten stehen, ins Bootcamp des Lebens gehen, etwas verlieren um das was uns später begegnet auch richtig schätzen zu können, um bodenständig, reif und erwachsen zu werden, zugreifen zu lernen, zu verstehen, dass nicht alles Gold ist was glänzt und nie zu vergessen, dass nichts selbstverständlich ist.

Und was hat das Ganze nun mit der Hoffnung zu tun? Schicksalsschläge können uns echte Hoffnung beibringen. Nicht einfach dieses Pseudo-Optimistische Aussitzen mit Hilfe von Poesiealbum-Pathos, sondern den Sinn hinter etwas erkennen, egal wie es ausgeht.

Es gibt ein Zitat von Blaise Pascal, das ich persönlich ganz zauberhaft finde…”Wenn du den lieben Gott zum Lachen bringen willst, erzähl ihn von deinen Plänen”.

#itsakindofmagic


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